„Spielen, um zu fühlen, zu lernen und zu leben“ – André Stern

Leseprobe:

Antonin hat eine Geige geschenkt bekommen. Er nimmt sie und spielt. Das heißt: Er spielt nicht auf der Geige – er spielt, er spiele Geige. Dann spielt er, mit der Geige Musik zu spielen. Jetzt fängt er an, den Tönen sehr intensiv zu lauschen. Er sitzt im Schneidersitz, sehr in sich gekehrt, und spielt nun nicht mehr mit der Geige, sondern mit den Tönen der Geige. Man könnte sich Sorgen machen. Er hält den Bogen nicht richtig. Man könnte eingreifen. Sich denken: Wenn er das nicht von Anfang an richtig tut, werden sich „schlechte Gewohnheiten“ verfestigen. Doch er ist das Gegenteil von blind. Er beobachtet seit Langem schon Geigerinnen und Geiger und hat alle Abläufe verinnerlicht. (…) Ein paar Tage danach, ohne jede Vorankündigung, hält er den Bogen „richtig“. (…) Und ja das passiert bei jedem Kind.

„Spielen, um zu fühlen, zu leren und zu leben“ gelesen von Cornelia Seper, Lerncoach in der NÖ Kinderbetreuung

Gedanken aus dem Buch:

  • Man muss das Spiel ernst nehmen, denn es gibt nichts Besseres, um zu lernen.
  • Um die Autonomie des Kindes zu fördern braucht es Verbundenheit und Bindung, Ge- und Verboten sollen eher sparsam eingesetzt werden.
  • Fehler, die Kinder in Sachzusammenhängen machen, müssen nicht korrigiert werden.
  • Kinder sollen mit Menschen aller Altersgruppen, Religionen, Hautfarben und Berufen zusammen sein.
  • Computer und die virtuelle Welt sind nicht per se gefährlich.

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